Wir leben und lieben Co-Kreation. Und so geht’s!

Co-Kreation ist modern und in aller Munde. Doch was steckt wirklich dahinter? Welche Dynamik kann sich dabei entwickeln, was ist erlaubt und wie viel/wenig Führung braucht sie?

In den letzten beiden Jahren haben wir die Erfahrung machen dürfen, dass das Prinzip der Co-Keration viel mehr ist als nur ein Modewort, aber auch, dass der Begriff oft missverstanden wird. In der Conscious Tourism Group ist es uns ein Anliegen gemeinsam am großen Ganzen zu arbeiten und dabei so viel Freiheit wie möglich zu bieten, wenn es um die Erarbeitung neuer Ideen und neuartiger Kombinationen von Expertenwissen geht. Von Anfang an haben wir uns dem Thema ausführlich gewidmet, Expertenmeinungen eingeholt, Workshops mit Profis gemacht und ein Konzept erarbeitet nach dem wir vorgehen sowie unseren methodischen Werkzeugkoffer aufgerüstet.

Trotzdem dürfen wir weiter lernen, z.B. dass Co-Kreation mehr Führung braucht als gedacht. Gerade bei der Erstellung neuer Konzepte sind wir an Grenzen gestoßen, die uns als Vorstand auffordern mehr Führung zu bieten ohne dabei den Schaffungsprozess zu limitieren. Konkret heißt das, dass wir gerade bei der Entwicklung der Academy inhaltliche Rahmen vorgeben, die von den Mitwirkenden gefüllt werden können und später – so hoffen wir – erweitert, verändert und neu definiert werden von den Ideen, die darin wachsen. Auch das ist Co-Kreation: festzustellen was nicht optimal funktioniert, hinsehen wo wir blinde Flecken haben und uns für neue Wege öffnen, selbst wenn sie uns zunächst als Rückschritte erscheinen. Grenzenlose Freiheit ohne Wegweiser führt eben nur per Zufall ans Ziel, und das wollen wir nicht riskieren. Dafür ist uns die Sache mit dem Paradigmenwechsel im Tourismus zu ernst und zu wichtig.

Deswegen starten wir heute mit Kerstin’s Clip zum Thema Co-Kreation und unseren 10 Regeln nach denen wir vorgehen. Damit du eine bessere Vorstellung von bekommst, wie gemeinsames Arbeiten bei uns aussieht und wie du dich einbringen kannst. Wir freuen uns über Feedback, Fragen und deinen Beitrag auf unserem Weg.

„Was meinen wir mit dem Prinzip der Co-Kreation? Da gibt es glaube ich Erklärungsbedarf und auch Potenzial für Missverständnisse. Also vielleicht fange ich mal damit an was es nicht ist. Co-Kreation heißt nicht wir sitzen im Kreis sagen „Ohhhmmmm“, warten bis uns die Ideen kommen und glauben sie werden dann magisch irgendwie umgesetzt. Co-Kreation heißt für uns auch nicht einfach nur Brainstorming zu machen und dann diese vollgeschriebenen tollen Blätter ganz inspiriert in eine Schublade zu legen.Co-Kreation ist für uns eine Sache der Einstellung und der Werte und beruht auf der Erfahrung von uns als Vorstand, aber auch vieler Mitglieder, dass man gemeinsam doch viel weiter kommt. Ein Hirn hat ja oft so einen Lösungsweg den es bevorzugt, weil wir alle unsere Autobahnen haben auf denen wir gerne fahren – und das hat auch seine Berechtigung also bitte nicht falsch verstehen. Aber bei der Co-Kreation geht es dann doch mehr darum gemeinsam etwas zu machen, das größer ist als das was wir uns alleine hätten vorstellen können. Und das ist das tolle dabei. Wir haben uns die Co-Kreation auch nicht einfach nur so auf die Fahnen geheftet und gesagt „ja wir machen jetzt Co-Kreation, weil das klingt super“ Wie gesagt, bei uns gibt’s kein Bullshit-Bingo, sondern wir haben uns das überlegt und haben uns auch Experten dazu geholt, einen Workshop gemacht und viel darüber nachgedacht wie wir das für uns umsetzen wollen. Daraus sind zehn Grundregeln entstanden und ich glaube, dass es ganz gut ist die kurz mal durchzugehen um sich ein Bild zu machen, was Co-Keration für uns bedeutet.

Co-Kreation heißt wir arbeiten in kleinen Teams von drei bis sieben Personen. Das ist eine schöne Größe für Arbeitsgruppen wo man viel weiter bringt, kurze Kommunikationswege hat und wo es Spass macht sich zu inspirieren.

Dann brauchst du natürlich Spielregeln innerhalb dieser Gruppen. Die haben wir in unseren Werten schon festgelegt. Wir haben ja unsere Werte ganz klar definiert: Achtsamkeit, Offenheit, Wertschätzung, Freude, Authentizität und Erfolg. Offenheit und Wertschätzung sind da die zwei wichtigsten, aber Offenheit besonders für die Co-Kreation, weil es bedeutet dass wir uns öffnen und wirklich da sind und offen sind für alles was da kommen mag.

Ein inspirierendes Umfeld als drittes ist das was wir kreieren bei unseren Zusammenkünften. Jeder jede/r der/die schon mal dabei war weiß, bei uns gibt es immer einen netten Ort an dem wir uns treffen, es gibt immer essen und Pausen. Wir schauen also, dass wir uns gut fühlen und im Sinne unseres gemeinsamen Zielbildes arbeiten.

Das ist auch gleich Nummer vier: unser Purpose. Den haben wir als Gründungsmitglieder schon ausformuliert, unseren Purpose, unseren Grund, warum wir die Dinge tun. Und das ist auch das was wir unseren neuen Mitgliedern immer kommunizieren: Was wir erreichen wollen und warum wir die Conscious Tourism Group gegründet haben. Das große Ganze liegt uns am Herzen, das stärken der Verbindungen, das Verbinden der Systeme und die Begleitung dieses Paradigmenwechsels im Tourismus. Das ist uns ganz, ganz wichtig.

Und dann schauen wir uns die Werkzeuge an, Nummer fünf, unsere Design Prinzipien. Wie machen wir das? Wir geben Raum für Kreativität. Das ist ganz wichtig und bedeutet unser Methodenkoffer wird ausgeschöpft. Egal ob das Theater ähnliche Darstellungen sind aus dem Forumtheater, ob wir 3D-Mapping machen, wo wir Dinge aufstellen und schauen wie sie auf uns wirken – da gibt es ganz ausgeklügelte Methoden – also all das dürfen wir benutzen.

Und damit man das Werkzeug richtig verwendet, gibt es noch etwas ganz wichtiges und das ist unsere Nummer 6, die Empathie und unsere Einstellung zur Arbeit. Wir kennen unsere Branche, wir haben lange Erfahrung mit unseren jeweiligen Bubbles und wir tauchen auch tief ein, in die Empathie für uns, für unseren Arbeitsbereich, für unsere Kunden:innen und schauen wirklich auf dieses emotionale Element.

Und wo Emotionen sind, gibt es auch Konflikte. Nummer 7, der kreative Umgang mit Konflikten bedeutet nicht, dass wir irgendwelche lustigen Dinge machen um sie zu bewältigen – das vielleicht manchmal auch – aber kreativ steht hier für konstruktiv. Wie gehen wir miteinander um? Wir haben natürlich auch in zwei Jahren enger Zusammenarbeit Konflikte gehabt, aber was machen wir? Wir sprechen sie immer offen an und das ist eine unserer Grundregeln die sich bewährt hat. Wann immer etwas kommt und es, salopp gesagt, mööööp macht in der Bauchgegend, dann darf man das offen aussprechen und wird gehört. Ganz vieles löst sich dann gleich in dieser ersten Stufe auf, und dann wird es richtig produktiv. Offenheit  und Wertschätzung sind, wie gesagt, ganz wichtig.

Und dann gibt es noch so Dinge wie z.B timeboxing. Das das mag ich sehr gerne. Wir haben es limitiert auf acht Ideen in 3 Minuten. Das funktioniert garantiert immer und hat den Vorteil, dass man das, was da rausgekommen ist auch erst einmal zwischenlagern kann. Aber nicht, wie ich vorhin gesagt habe in eine Schublade packen und nicht mehr anschauen, sondern wir haben ein Zwischenlager, eine Ideensammlung, wo diese Dinge einmal hineinkommen dürfen und wo wir Zugang haben und immer wieder darauf zurückgreifen. Die Umsetzung liegt dann bei den Mitgliedern. Wir können auch z.B. im open Jourfixe – das gibt es einmal im Monat – darüber reden wer wo Ressourcen hat und wie wir dann konkret in die Umsetzung gehen können.

Und dann geht’s zum Punkt 9, zum Prototyping. Das kann schnell gehen oder manchmal dauert es ein bisschen länger, je nachdem welches Produkt es ist und welchen Themenbereich es betrifft. Also ob es die Beratung ist, wo man mal relativ schnell sagen kann: das ist ein Produkt das biete ich jetzt an und dann schaue ich einfach wie es ankommt. So etwas kann man rasch „rausschießen“. Oder ob es etwas ist wo ich sage, da braucht es ein tieferes Konzept. Für unsere Academy zum Beispiel. Wenn ich einen Lehrgang habe, oder ich wirklich eine Schulung habe wo ich noch ein bisschen eintauchen muss, dann wird hier natürlich mehr überlegt und im Hintergrund noch die Theorie gefestigt. Das wird s natürlich wie immer dokumentiert und gibt eine wunderschöne Basis für ganz tolle Dinge die entstehen dürfen und die auch schon entstanden sind.

Und schließlich Regel Nummer 10, meine Lieblingsregel: der Spaß. Es muss Freude machen und es darf Freude machen und es soll und es macht auch immer wieder Freude. Die Freude liegt uns im Blut und sie liegt sogar in unserer Satzung. Wir haben festgeschrieben, dass wir die Dinge in der Conscious Tourism Group mit Freude machen wollen. Und was uns keine Freude bringt, das lassen wir wieder. Und bis jetzt macht es sehr, sehr viel Spaß.

Gerade diese Co-Kreations Prinzipien zeigen ganz deutlich, wie wir arbeiten und wie wir arbeiten möchten. Es ist nicht ohne Herausforderungen, das gebe ich zu. Sich einem Weg zu öffnen der nicht bedeutet wir setzen uns an einen Tisch machen alles nach Schema F „so geht das und so tut man das“ und Produktentwicklung, Marketingkonzept dazu und fertig. Klar, all diese Elemente braucht es, aber für etwas Gemeinsames dürfen wir mehr Raum geben und das ist herausfordernd. Das braucht Geduld. Das braucht immer wieder ein Durchatmen, vielleicht auch mal einen Schritt zurückgehen und noch mal nachdenken und dann wieder aufeinander zugehen. Ich kann nur sagen, wir haben die besten Erfahrungen damit gemacht, und dich ganz herzlich einladen, einmal mit einer Idee vorbeizukommen und uns herauszufordern – und Spaß zu haben bei der Co-Kreation.“

Kerstin Dohnal

Kerstin Dohnal

Ich liebe es die Welt zu entdecken. Das Paradigma des Tourismus als Industrie bedeutet für mich das exakte Gegenteil davon. Darum ist mir die Tourismuswende basierend auf Menschenrechten, Offenheit und dem Prinzip der Verbundenheit als Menschen untereinander und mit unserer Umwelt ein persönliches Anliegen.

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