Das bin ich, Kerstin Dohnal. Ich bin eine starke Stimme der Nachhaltigkeit im Tourismus. Und ich bin nicht alleine. Bald wirst du hier noch weitere Gesichter zu weiteren starken Stimmen der Nachhaltigkeit sehen – vielleicht sogar deines. Und ich wünsche mir, dass hier noch viele, viele weitere Bilder anderer starker Stimmen der Nachhaltigkeit folgen die sagen:

NACHHALTIGER TOURISMUS DARF NICHT AN COVID-19 STERBEN

Seit dem Lockdown, verfolge ich die Stimmen aus der Tourismusbranche mit großem Interesse. Zweifellos ist Tourismus der von der Pandemie und ihren Folgen am stärksten betroffene Wirtschaftszweig. Da sind sich alle einig. Doch sollte es nicht gerade jetzt auch deutlich werden, dass Tourismus so viel mehr ist als nur ein Wirtschaftszweig?

Bei meinen Beobachtungen ist mir vor allem eines aufgefallen:die Rettung der Nachhaltigkeit wird mit keinem Wort erwähnt, und das macht mir große Sorgen.

Corona-Opfer nachhaltiger Tourismus

Ich fürchte um all die starken Stimmen und Persönlichkeiten, die der Nachhaltigkeit im Tourismus mit ihren Unternehmungen Leben einhauchen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass das es eine Lebensaufgabe ist, für die man Feuer braucht. Im Tourismus ist man auch in unseren Breiten nicht aus Liebe zum Geld tätig, sondern aus anderen Gründen. Dazu zählen die Liebe zu den Menschen und zur Natur, Neugierde auf das Fremde und ein Wunsch nach Verbundenheit mit Menschen und Regionen überall auf der Welt. Und was man mit Liebe tut, wird nachhaltig sein, weil es andauern soll.

Über die Jahre habe ich viele engagierte Menschen kennen lernen dürfen, dich sich mit voller Energie und ganzem Herzen für die Nachhaltigkeit im Tourismus einsetzen. Darunter auch viele Einzelkämpfer*innen die als Leuchtturmbeispiele die Bürde einer ganzen Branche auf ihren Schultern tragen. Leider werden es gerade sie sein, deren Stimmen wir in der Krise zu verlieren drohen, denn sie sind zwar stark, aber auch stark betroffen und allein nicht laut genug.

Worst-Case-Szenario

Mein persönliches Worst-Case-Szenario sieht so aus: All die kleinen, feinen und vor allem nachhaltigen Reiseveranstalter*innen, Reisebüros und Tourismusinitiativen fallen den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zum Opfer. Als Einzelunternehmer*innen und KMUs in einem Preissegment in dem Dumping keinen Platz hat, spüren sie die ausbleibenden Buchungen zuerst, haben aber keinen Finanzpolster oder Rückhalt durch große Mutterkonzerne.

Sobald das Reisen also wieder möglich ist, werden die Großen das Ruder übernehmen. Ausgehungerte Destinationen – und das meine ich hier wirklich wörtlich – sind leichte Opfer für Preisdumping, denn nur wenn die Betten voll sind, bleibt vermeintlich genug für alle übrig. Dazu kommt noch der doppelte Leakage-Effekt, d.h. zusätzlich dazu, dass die Profite aus dem Tourismus zu einem Großteil ins Ausland fließen, kommen die, im Idealfall vom Staat, geschnürten Hilfspakete in den Destinationen nur all jenen zugute, die im Besitz von Hotel- und Clubanlagen sind. Das sind hauptsächlich internationale Gruppen und ausländische Investoren.

Und wer jetzt argumentiert, dass die Nachhaltigkeit eben ein Luxus ist, den wir uns gerade jetzt nicht leisten können, trägt direkt und indirekt dazu bei, dass mein Worst-Case-Szenario  Wirklichkeit wird. Gerade jetzt braucht es die Nachhaltigkeit im Tourismus mehr denn je. Wenn wir dieser Krise tatsächlich etwas abgewinnen wollen, dann müssen wir jetzt dafür sorgen, dass wir gemeinsam eine starke Stimme für die Nachhaltigkeit haben, und zwar jenseits des eigenen Existenzkampfes und der kurzfristigen Lösungen für schnellen Profit danach.

Tourism is dead. Long live conscious tourism!

Zurück zum Paradigma des schnellen Wachstums ist keine Option. Was es jetzt braucht, ist ein neues Bewusstsein für den Tourismus und für die Rolle des Tourismus in der Welt, sowohl als weltweit größter Wirtschaftssektor als auch als größtes Netzwerk und beziehungsfähiges Ökosystem. Und es braucht ein starkes Gefühl dafür, wie wir die Branche nach dem Neustart gestalten möchten. Dieses neue Bewusstsein muss über die Grenzen des bisherigen Nachhaltigkeitsverständnisses hinausgehen. Es muss tiefer gehen und bis in die kleineste Verzweigung spürbar sein. Genauso und bis dahin, wo wir jetzt gerade die schmerzhaften Auswirkungen des Shutdowns und des „zero tourism“ spüren.

Mein Ziel ist es, diese Kraft – unsere Kraft – im Sinne des SDG #17: Partnerschaften zur Erreichung der Entwicklungsziele, zu bündeln, und sie als starke Stimme deutlich hörbar zu machen. Ich lade euch alle sehr herzlich ein dabei zu sein und mitzugestalten, neue Arten von Beziehungen zu knüpfen und unsere Fühler überall dahin auszustrecken, wo es gerade weh tut.

Ich kann keine fertigen Lösungen anbieten, die hat gerade niemand. Aber ich kann dir hiermit anbieten, dass wir gemeinsam daran arbeiten. Dafür kann ich uns im ersten Schritt auf dieser Plattform, der Conscious Tourism Group vernetzen. Wenn du dich für bewussten, nachhaltigen Tourismus z.B. als Reiserveranstalter, Reisebüro, Reiseleiter*in, Hotelier, Gastronom*in, Landwirt*in, Bürgerinitiative, Interessensvertretung, Studierende, Ökologin etc. engagierst, und die bewussten Tourismus mitgestalten möchtest, dann braucht die Nachhaltigkeit jetzt deine Stimme. Let’s create a world of tourism that makes a difference!

Sei dabei! Anmelden, mitgestalten und informiert bleiben.

News & Aktivitäten

7. Mai 2020

Reisen in Zeiten von Corona

Meine erste Geschäftsreise seit der Quarantäne als Selbstversuch: Maskenpflicht, Abstandsregeln, leere Bahnhöfe. Wie fühlt es sich an, wenn plötzlich alles auf Distanz ausgerichtet ist? Der Bauch hat […]
10. April 2020

Bevor ein Pendel umschwingt, hält es inne.

Könnte das bedeuten, dass wir vor einer Tourismuswende, hin zu mehr Nachhaltigkeit stehen? Oder ist es vielmehr die Ruhe vor dem Rückschritt zum Dogma der schnellen […]

…damit bereichernde Begegnungen auf Augenhöhe gelingen.